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Ein Reh überquert eine Straße.

Wildunfälle: Wie sich Autofahrer richtig verhalten

  • In Deutschland kollidiert rechnerisch alle zwei Minuten ein Auto mit einem Wildtier.
  • Durch umsichtiges Fahren lässt sich das Unfall­risiko erheblich reduzieren.
  • Nach einem Zusammenprall ist ein kühler Kopf gefragt: Die Unfall­stelle muss gesichert, die Polizei gerufen und der Schaden dokumentiert werden.

Veröffentlicht am:

05.07.2022 | 15:28:00

Wie aus dem Nichts tauchen sie auf der Straße auf. Und wenn man sie bemerkt, ist es meist zu spät. Wildtiere sind ein erhebliches und doch oft unter­schätztes Unfall­risiko. Wie verhindert man einen Zusammen­prall? Was muss man nach einem Unfall beachten? Und wer bezahlt den Schaden?

Durchschnittlich alle zwei Minuten prallt hierzulande ein Auto mit einem Wildtier zusammen. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) errechnet. Allein im Jahr 2020 haben die Autoversicherer rund 272.000 Wildunfälle registriert. Dabei erfasst diese Statistik nur Unfälle, die von Autofahrern auch gemeldet wurden. Die Dunkelziffer dürfte also um ein Vielfaches höher liegen.

Meist sind es Rehe, die urplötzlich vors Auto laufen. In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland sind Wildunfälle eine echte Gefahr für Mensch und Tier. Und teuer sind sie obendrein. Oft müssen ganze Karosserieteile ausgetauscht werden. Durchschnittlich 3.100 Euro kostete 2020 laut GDV eine Autoreparatur nach einem Wildunfall.

Welche Wildtiere sind am häufigsten in Wildunfälle verwickelt?

Laut offizieller Statistik des Deutschen Jagdverbands starben im Zeitraum 2019/20 insgesamt 237.760 Wildtiere im Straßenverkehr. Allein 198.970 Rehe kamen dabei ums Leben. Am zweithäufigsten kamen Wildschweine (31.150) unter die Räder, gefolgt von Damhirschen (4.580) und Rotwild (3.060). Die Statistik berücksichtigt nur sogenanntes Schalenwild (Rehe, Hirsche und Wildschweine).

Besonders viele Wildunfälle im Frühling und Herbst

Besonders riskant sind die Übergänge zwischen Wald und Feld. Vor allem im Frühling und Herbst sollte man auf der Hut sein. Rehe beispiels­weise sind im Früh­jahr besonders aktiv. Sie queren gern in der Dämmerung die Straßen, um Futter zu suchen. Auch in den Herbstmonaten droht erhöhte Wildunfallgefahr: Abends wird es früher dunkel. Und dann rollt auch der meiste Berufsverkehr.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) warnt davor, Wild­unfälle zu unterschätzen. Bei einem Zusammen­prall mit Tempo 100 erreiche schon ein 20 Kilo schweres Reh ein Aufschlag­gewicht von fast einer halben Tonne. Voraus­schauendes Fahren ist deshalb das A und O. Darüber hinaus sollte man unbedingt wissen, was zu tun ist, wenn sich ein Zusammen­prall trotz aller Vorsicht nicht vermeiden lässt. Unsere Tipps beruhen auf Empfehlungen des DJV und der Deutschen Wild­tier Stiftung.
 

Wie kann ich einen Wildunfall verhindern?

  • Auf Warnhinweise (Wildwechsel-Schilder) achten. Riskante Stellen sind oft zusätzlich durch blaue Reflektoren an Pfählen oder durch farbige Drei­beine markiert.
  • Achtung an neuen Straßen durch Wald­gebiete: Tiere nutzen gewohnte Wege.
  • An unübersichtlichen Wald- und Feld­rändern besonders umsichtig fahren und Tempo drosseln.
  • Möglichst großen Abstand zu anderen Fahr­zeugen halten.
  • Straßenränder im Blick haben.
  • Wenn Tiere auftauchen: Bremsen oder so langsam fahren, wie es der Verkehr zulässt. Fern­licht ausschalten: Geblendete Tiere bleiben meist stehen. Hupen, um Tiere zu verscheuchen.
  • Wachsam bleiben: Wild­tiere sind selten allein unterwegs. Oft folgen Nach­zügler.
  • Wildtiere können die Fahrzeug­geschwindigkeit nicht einschätzen. Sie warten nicht am Straßen­rand, bis ein Auto vorbeigefahren ist. Rechnen Sie immer damit, dass ein Tier direkt vor Ihrem Auto auf die Straße springt, obwohl es Sie bereits bemerkt hat.
  • Lässt sich ein Zusammen­prall nicht mehr ver­meiden: Steuer fest­halten und möglichst auf der Fahrbahn­seite bleiben. Unkontrollierte Ausweich­manöver können schwere Unfälle verursachen.
     

Wie reagiere ich nach einem Wildunfall?

  • Warnblinker setzen, Warnweste anziehen, Unfallstelle sichern – auch wenn das Tier geflüchtet ist.
  • Wurden Menschen verletzt: Notruf 112 wählen, Erste Hilfe leisten.
  • In allen Fällen: Polizei hinzurufen (Notruf 110). Die Polizei schaltet auch den zuständigen Jäger oder Förster ein.
  • In sicherer Entfernung am Unfallort warten, bis Polizei oder Jäger/Förster da sind.
  • Wegen Infektionsgefahr tote Tiere immer mit Handschuhen anfassen und – soweit möglich – von der Fahrbahn ziehen.
  • Persönlich Abstand halten zu lebenden Tieren, verletzte Tiere nicht berühren. Geflüchteten Tieren nicht folgen. Fluchtrichtung verletzter Tiere in der Unfallmeldung vermerken.
  • Wild niemals mitnehmen. Das ist Wilderei und strafbar.
  • Lassen Sie sich von Polizei oder Jäger eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung ausstellen.

Welche Versicherung zahlt nach einem Wildunfall?

Bei der EUROPA Autoversicherung (Bestnote von Stiftung Warentest, 12/2021) kommt die Teilkasko für Wildunfälle auf. Im Basis-Tarif reguliert sie Zusammenstöße mit Haarwild (also keine Haustiere und Vögel), im Komfort-Tarif Kollisionen mit Tieren aller Art. Hier sind auch Schäden durch Tierbisse einschließlich Folgeschäden bis 5.000 Euro abgedeckt.

Autofahrer profitieren bei der EUROPA also auch bei Wildunfällen von Top-Leistungen, einer fairen Regulierung des Schadens und einem hervorragenden 24-Stunden-Service zum günstigen Preis. 
 

Was kostet eine Autoversicherung?

Bilder: https://unsplash.com/@drosie und https://unsplash.com/@von_co

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