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So gelingt der Gebrauchtwagenkauf reibungslos

  • Unser Ratgeberbeitrag erklärt Ihnen, was für den Kauf eines Gebrauchtwagens spricht.
  • Worauf Sie beim Kauf unbedingt achten sollten.
  • Welche Versicherungen Ihr Gebrauchter benötigt.

Veröffentlicht am:

27.04.2022 | 15:23:00

Wer sich für einen Gebrauchtwagen entscheidet, kann viel Geld sparen. Doch viele Menschen fühlen sich damit überfordert zu beurteilen, wie sicher das Fahrzeug und was es wirklich wert ist, oder haben Angst vor Betrügern. Dieser Ratgeber gibt Ihnen Tipps, wie Sie einen richtig guten „neuen Alten“ finden.

Wer ein Auto braucht, stellt sich häufig als Erstes die Frage: neu oder gebraucht? So verlockend es auch sein mag, sich ein nagelneues Fahrzeug nach eigenen Wünschen zu konfigurieren – das vorhandene Budget zeichnet oft ein anderes Bild. Noch dazu muss man auf Neuwagen häufig lange warten, und der Wertverlust allein schon im ersten Jahr ist enorm: Experten sprechen von 25 Prozent. Gebrauchte erfreuen sich daher großer Beliebtheit.

Laut des Statistikportals Statista wurden im Jahr 2020 rund 103 Milliarden Euro auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt umgesetzt. Interessant: Der Umsatz auf dem Neuwagenmarkt war mit 106 Milliarden Euro nur unwesentlich höher. Außerdem hat sich das Volumen des Gebrauchtwagenmarkts in den vergangenen zehn Jahren damit nahezu verdoppelt. 2009 lag der Gesamtumsatz noch bei knapp 52 Milliarden Euro.

Wahl des richtigen Modells hilft Kosten sparen

Neuwagen punkten natürlich mit der aktuellsten Sicherheitstechnik sowie Ausstattung und genügen höchsten Umweltansprüchen. Das kann auch die Haltungskosten senken. Darüber hinaus erlebt man keine bösen Überraschungen und profitiert zunächst von der Herstellergarantie. Fakt ist aber, dass man die Nachteile der Gebrauchtwagen durch die Wahl des richtigen Modells und entsprechende Versicherungen abfedern kann. Sicherheit, Umweltfreundlichkeit, Verbrauch etc. wird man natürlich genauso berücksichtigen wie bei einem Neuwagenkauf. Sie sind aber sehr stark vom jeweiligen Fahrzeug abhängig. Auch bei Neuwagen gibt es schließlich mehr oder weniger umweltfreundliche Modelle mit dementsprechend höherer oder niedrigerer Kfz-Steuer. Dasselbe gilt für den Verbrauch und die damit zu erwartenden Spritkosten. Die Folgekosten beim Gebrauchtwagenkauf kann man durch eine Versicherung in Schach halten, vor allem aber auch, indem man beim Kauf ganz genau hinschaut.

Neu oder gebraucht? Vor- und Nachteile eines Gebrauchtwagens im Überblick

Vorteile:
» Deutlich geringerer Anschaffungswert
» Kein großer Wertverlust in den ersten Jahren
» Keine Wartezeiten, sofortige Verfügbarkeit

Nachteile:
» In der Regel keine Garantie oder Gewährleistung
» Unvorhersehbare Kosten durch Reparaturen
» Je nach Alter/Modell weniger Sicherheitsmerkmale
» Je nach Alter/Modell schlechtere Umweltwerte und höherer Verbrauch, damit höhere Unterhaltskosten

Wie finde ich einen guten Gebrauchten?

Bei der Besichtigung von Gebrauchtwagen sollte man möglichst jemanden mitnehmen, der sich gut auskennt. Ist das nicht möglich, kann sich aber auch jeder – am besten anhand von im Internet verfügbaren Checklisten – ausreichend vorbereiten. Zumindest ist es immer gut, solche Termine zu zweit wahrzunehmen, denn vier Augen sehen mehr als zwei, und Einzelpersonen lassen sich schneller von dominanten Verkäufern einschüchtern. Eine gute Checkliste, beispielsweise vom ADAC, deckt die Sichtung der Papiere, der Karosserie, der Reifen, des Motors und des Motorraums, des Getriebes, des Unterbodens und des Innenraums ab. Generell gilt: Das Fahrzeug sollte sauber sein und im Hellen bei trockenem Wetter begutachtet werden. Sonst lassen sich viele Schäden nicht gut genug erkennen.

Vom Händler oder privat?

Mehr Sicherheit bietet natürlich der Kauf beim Händler. Er checkt das Fahrzeug in der Regel durch und bietet oft eine Gebrauchtwagengarantie über ein oder zwei Jahre. Unabhängig davon ist er zu einer mindestens zwölfmonatigen Sachmängelhaftung gesetzlich verpflichtet. Deswegen haben Händler in der Regel kein Interesse daran, Wagen mit unbemerkten Mängeln zu verkaufen. In den ersten sechs Monaten gilt außerdem die sogenannte „Beweislastumkehr“ – das heißt, dass nicht der Käufer beweisen muss, dass der Schaden schon vor dem Kauf vorhanden war. Der Verkäufer müsste im Streitfall nachweisen, dass der Schaden erst nach der Fahrzeugübergabe entstand, was praktisch kaum möglich ist.

Welche Dokumente spielen beim Gebrauchtwagenkauf eine Rolle?

Es gibt fünf Dokumente, die man auf jeden Fall unter die Lupe nehmen sollte.

Zulassungsbescheinigung Teil 1:
Dieses Dokument weist nach, dass das zugehörige Fahrzeug für den Betrieb auf öffentlichen Straßen zugelassen ist (hieß früher Fahrzeugschein).

Zulassungsbescheinigung Teil 2:
dokumentiert den aktuellen Halter und Vorhalter namentlich sowie die Gesamtzahl der bisherigen Halter (früher Fahrzeugbrief).

Prüfbericht der letzten Hauptuntersuchung:
Neben wichtigen Informationen über den Zustand des Fahrzeugs enthält dieser auch Angaben über Auflagen, die eventuell für das Bestehen der HU gemacht wurden. Dann gilt es zu prüfen, ob diese Mängel tatsächlich beseitigt sind.

Inspektionsscheckheft:
Dieser Nachweis über große und kleine Inspektionen sollte vollständig ausgefüllt sein. Unbedingt prüfen: Unterschrift und Stempel der Werkstatt dürfen nicht fehlen.

Schriftlicher Kaufvertrag:
ein absolutes Muss beim Gebrauchtwagenkauf – mit den persönlichen Daten von Käufer und Verkäufer und deren Unterschriften. Er sollte die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) und die Nummer der Zulassungsbescheinigung Teil II enthalten.

Allerdings ist der Kauf von privat insgesamt beliebter. Die Preise sind niedriger als beim Händler, und das Angebot ist größer. Hier sollte man aber besonders wachsam sein, weil man nicht davor geschützt ist, dass der Verkäufer etwaige Mängel nicht angibt oder vielleicht auch gar nicht kennt. Als Privatverkäufer kann er auch die Sachmängelhaftung im Kaufvertrag ausdrücklich ausschließen. Ein Vertrag ist bei einem Privat­kauf ein Muss! Vorlagen gibt es im Internet beim ADAC, beim TÜV oder bei Verkaufsportalen.

Hände weg bei diesen Alarmsignalen!

Leider gibt es beim Gebrauchtwagenhandel immer wieder schwarze Schafe, die versuchen, den zu verkaufenden Wagen besser darzustellen, als er wirklich ist. Bei folgenden Alarmsignalen sollten Sie hellhörig werden:

  • Der Verkäufer beantwortet konkrete Fragen unpräzise oder mit Floskeln wie „Bei dem Modell ist das immer so.“
  • Bisherige Schäden oder Reparaturen werden nicht durch Rechnungen oder Gutachten belegt.
  • Der Verkäufer will generell Aussagen wie „unfallfrei“ oder „wird noch repariert“ nicht schriftlich bestätigen.
  • Der Kilometerstand wird nur „laut Tacho“ bestätigt.
  • Einer Probefahrt (bei einem Elektrofahrzeug auch einer längeren zur Reichweiteneinschätzung) oder einer Gebrauchtwagenuntersuchung will der Verkäufer nicht zustimmen.
  • Der Verkäufer setzt Sie unter Druck, sich möglichst schnell zu entscheiden.
  • Der Verkäufer redet ständig auf Sie ein oder lenkt immer wieder vom Thema ab.
  • Der vermeintliche Privatverkäufer fragt: „Wegen welchem Wagen rufen Sie an?“ Hier handelt es sich wahrscheinlich um einen verkappten Händler.
  • Der Wagen hat rote Nummernschilder, obwohl er angeblich privat verkauft wird.
  • Der vermeintliche Privatverkäufer ist nicht identisch mit dem eingetragenen Besitzer im Kfz-Brief.
     

Wie man Gebrauchtwagen am besten versichert

Die Notwendigkeit zur Haftpflichtversicherung besteht für alle Fahrzeuge gleichermaßen. Eine Deckungs­summe von 100 Millionen Euro sollte es schon sein. Während bei Neuwagen häufig eine Voll­kasko­versicherung gewählt wird, die auch für vom Besitzer selbst verursachte Schäden einspringt, steht bei Gebraucht­wagen die höhere Prämie dafür unter Umständen nicht im Verhältnis zum Wert des Fahrzeugs. Als Faust­regel gilt, dass sich eine Voll­kasko­versicherung für Neuwagen und hoch­wertige Gebrauchte, die höchstens drei Jahre alt sind, lohnt. Denn hier ist der Wert­verlust bei einem Unfall erheblich.

Auch die Teil­kasko­versicherung ist freiwillig, sollte aber auch für Gebraucht­wagen abgeschlossen werden. Die Prämien sind deutlich niedriger als bei der Voll­kasko, und die Versicherung greift bei Diebstahl und Schäden, die durch Brand, Explosion oder Unwetter am Fahrzeug entstehen.

Unser Tipp: Wenn Sie mit einem bestimmten Wagen liebäugeln, rechnen Sie die Versicherung vorher online durch. Denn eventuell spielen auch die verschieden hohen Versicherungs­prämien je nach Fahrzeug bei Ihrer Kauf­entscheidung eine Rolle.

Ausführliche Informationen zur Kfz-Versicherung der EUROPA finden Sie hier.

Reparaturkostenversicherung kann sich lohnen!

Kapitale Schäden an Motor, Getriebe, Elektronik oder Fahrwerk sind immer eine enorme Belastung für die Haushaltskasse. Allerdings sind die Kosten gerade bei Gebrauchtwagen schlecht vorhersehbar, und meist gibt es keinerlei Gewährleistung oder Herstellergarantie. Je älter das Fahrzeug, desto mehr kann sich der günstige Gebrauchte als Kostenfalle erweisen. Doch es gibt Abhilfe: Mit einer Reparaturkostenversicherung kann man sich vor bösen Überraschungen nach dem Gebrauchtwagenkauf schützen. Sie funktioniert wie eine Krankenversicherung fürs Auto. Das Gute: Die Versicherung kann jederzeit und nicht nur beim Kauf für das aktuelle Fahrzeug abgeschlossen werden, und zwar ohne Wartezeit.

Die Reparaturkostenversicherung der EUROPA versichert alle wesentlichen mechanischen, elektrischen, hydraulischen, pneumatischen und elektronischen Fahrzeugbauteile. Bei Elektro- und Hybridfahrzeugen sind auch die Antriebsbatterien abgesichert. Durch die flexible Tarifstruktur mit den Stufen Maxx 50, Maxx 75 und Maxx 100 entscheiden Sie selbst, ob 50 Prozent, 75 Prozent oder 100 Prozent Ihrer versicherten Reparaturkosten, also Lohn- und Materialkosten, erstattet werden sollen.

Gut zu wissen: Wenn Sie Ihr Fahrzeug privat weiterverkaufen, kann die Reparaturkostenversicherung auf den Käufer übertragen werden. Das macht Ihr privates Verkaufsangebot unter Umständen attraktiver.

Die günstige EUROPA Reparaturkostenversicherung.

Unser Tipp: Ob neu oder gebraucht – ein Fahrzeugwechsel ist immer eine gute Gelegenheit, um zu überprüfen, ob der bisherige Versicherungsanbieter für das neue Fahrzeug das gewünschte Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet. Oder ob sich ein Wechsel lohnen kann.

Was kostet eine Kfz-Versicherung?